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Presse
26.04.2019, 08:34 Uhr | Schwarzwälder Bote | Herold Schwind
Unterwegs mit den CDU-Kreistagskandidaten aus Sulz-Vöhringen und Dornhan
Besuch der Firma Sülzle Kopf in Sulz-Bergfelden
Bei der zweiten Wahlveranstaltung, im Rahmen der CDU-Kreistagskandidaten-Tour, aus Sulz-Vöhringen und Dornhan, weilten die CDU-Politiker bei der Firma Sülzle Kopf in Sulz-Bergfelden.
Die Kreistagskandidaten v.l. Willy Harpain und Manfred Maier, rechts Geschäftsführer der Firma Sülze Kopf Henry Klein.
Mit 150 Mitarbeitern kümmert sich die Firma um Alles rund um Umwelt- und Energietechnik, in den drei Unternehmensbereichen Anlagenbau, Gebäudetechnik und SynGas Konzepte.
Geschäftsführer Henry Klein gab eine kurze Einführung in das Unternehmen und konnte über ein Wachstum, mit einer guten Auftragslage berichten. Ein Problem tut sich allerdings bei der Besetzung der Ausbildungsstellen auf. Das Handwerk kämpft seit mehreren Jahren mit einem Mangel an Auszubildenden.
Trotz vieler Aufträge und guter Berufsaussichten hat die Zahl der Auszubildenden in den letzten Jahren abgenommen.


Klein sieht aber ein noch größeres Problem auf die Firmen zukommen, wenn jetzt dann zunehmend erfahrene Mitarbeiter, der „Baby-Boomer-Generation“ in Rente gehen.
Die Firma Kopf Sülzle ist heute schon froh, dass sie hin und wieder auf die erfahrenen Rentner, wenigstens wochenweise, zugreifen können.

"Deutschland gehen die Fachkräfte aus" ist die nüchterne Bilanz des Geschäftsführers.

In der Provinz, wo viele Mittelständler wirtschaften, fehlen nach der Erfahrung von Klein mehr Azubis als in den Städten. Ein weiterer Trend zeichnet sich ab, dass immer weniger Schüler die Hauptschulen besuchen, sogar Realschulen bekommen langsam Probleme mit den Schülerzahlen. Das Gymnasium steht inzwischen als größte Gruppe an vorderster Stelle bei den weiterführenden Schulen. Das Handwerk leidet, nach Kleins Ansicht, immer noch am Image gegenüber der Industrie.
Deshalb haben die Handwerksverbände in den letzten Jahren zahlreiche Image-Kampagnen gestartet. Diese sollen den Ruf des Handwerks verbessern und auf diese Weise mehr junge Menschen für einen Handwerksberuf begeistern.
Mit über 130 unterschiedlichen Ausbildungsberufen, bietet das Handwerk ein ganzes Spektrum an sehr vielfältigen und attraktiven Berufen. In der Gesellschaft rangiert ein abgeschlossenes Studium weit vor dem Erlernen eines Handwerks. Hier müssen die Einstellungen der Jugendlichen, aber vor allem die der Eltern überdacht werden.
Klein sieht auch einen Mangel bei der Berufsorientierung, hier wird noch zu sehr über einen akademischen Weg, als einer fundierten Ausbildung informiert. „Wir bilden falsch am Markt aus“ erklärt der Geschäftsführer. Notwendige Praktiken wie fräsen, drehen und Löten, finden zu wenig Beachtung in den Schulen.
Ein weiteres Problem ist, dass die frisch ausgelernten Facharbeiter nach der Ausbildung in die Industrie abwandern. Nur jeder fünfte Facharbeiter ist bereit Verantwortung als Obermonteur zu übernehmen. In der Altersstruktur ist die Fluktuation bei dieser Altersgruppe am höchsten.
Kopf Sülzle möchte die Leute mit Zugehörigkeitsprämien binden, je nach Tätigkeitsjahren  gab es auch schon mal eine Lohnsteigerung mit 10%.

In einem intensiv und emotional geführten Gespräch von Henry Klein, überzeugte dieser die Besucher und alle glaubten ihm seinen Satz „Ich lebe für das Handwerk“. Für Klein wäre die Ansiedlung eines großen Unternehmens von Vorteil. Dadurch würde er sich eine Verbesserung der Infrastruktur und da vor allen Dingen eine verbesserte Bahnanbindung, versprechen.
Um langfristig Fachkräfte an den Sulzer Standort zu holen, bzw. zu binden, fehle ihm ein schlüssiges Stadtentwicklungskonzept.

Die Firma Sülzle Kopf bietet derzeit folgende Ausbildungsberufe an:
       Anlagemechaniker Sanitär, Heizung, Klima und Anlagenbau
       Apparate und Behälterbau
       Metallbauer
       Technischer Systemplaner Versorgungs- und Ausrüstungstechnik
       Ausbildung Industriekaufmann (M/W/D)